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Das Allgäu zählt zu den vielseitigsten Regionen im Süden Deutschlands und wird durch eine Kombination aus alpiner Hochgebirgslandschaft sowie bedeutenden Kulturdenkmälern geprägt. Wer die Gegend bereist, findet Spuren bayerischer Geschichte sowie Naturdenkmäler vor, welche das Bild der Alpen über Jahrtausende geformt haben. Die Auswahl an Zielen reicht von königlichen Schlossanlagen bis hin zu tief eingeschnittenen Schluchten. In diesem Ratgeber sind die wichtigsten Anziehungspunkte für eine fundierte Tourenplanung zusammengefasst.
Wenn Sie auf den Spuren der bayerischen Könige wandeln möchten, sind Sie im Allgäu genau richtig. Hohenschwangau und vor allem das weltberühmte Neuschwanstein erwarten Sie, entdecken Sie märchenhafte Architektur in der wunderschönen Allgäuer Natur.
Oberhalb von Füssen liegt Schloss Neuschwanstein, dessen Grundsteinlegung im Jahr 1869 erfolgte. König Ludwig II. plante das Bauwerk als Rückzugsort und orientierte sich bei der Gestaltung an mittelalterlichen Burgformen sowie den Opernwelten Richard Wagners. In der Architektur finden sich Elemente der Romanik und der Gotik wieder. Die Innenräume beherbergen aufwendige Wandmalereien und den Thronsaal, welcher nach byzantinischem Vorbild gestaltet wurde. Eine Besichtigung der Räumlichkeiten ist aufgrund der hohen Nachfrage meist nur mit einer frühzeitigen Reservierung der Eintrittskarten möglich.
Unweit der Pöllatschlucht liegt Schloss Hohenschwangau, welches ab 1832 auf den Ruinen einer älteren Burg neu errichtet wurde. Kronprinz Maximilian wählte den neugotischen Stil für den Wiederaufbau der Anlage. Die Innenräume dienten der königlichen Familie als Wohnsitz und sind mit Wandbildern zur germanischen Sagenwelt ausgestattet. Hier verbrachte Ludwig II. Teile seiner Kindheit, was seine spätere Bautätigkeit beeinflusste. Der Schlossgarten erlaubt einen Ausblick auf den Alpsee und die angrenzenden Wälder.
Das Allgäu hat auch für Städtefans einiges zu bieten. Kempten mit seiner 2000jährigen Geschichte und Lindau am Bodensee mit seinem berühmten Hafen laden Sie zum Bummeln ein. Besuchen Sie Museen und Kirchen, gehen Sie shoppen oder genießen Sie einfach die Allgäuer Lebensart in einem kleinen Straßencafé.
Kempten blickt auf eine über 2000-jährige Siedlungsgeschichte zurück und gehört zu den ältesten Städten Deutschlands. Im Archäologischen Park Cambodunum sind Ausgrabungen der einstigen römischen Provinzhauptstadt zu sehen. Die Architektur der Innenstadt wird durch die Residenz sowie die Basilika St. Lorenz geprägt, welche wichtige Beispiele des Barock in Süddeutschland darstellen. Verschiedene Museen in der Fußgängerzone dokumentieren die kulturelle Entwicklung der Region. Wer die Stadt besucht, findet vielfältige Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung:
Die historische Altstadt von Lindau liegt auf einer Insel im Bodensee und ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Bekanntestes Merkmal des Hafens ist der bayerische Löwe mit einer Höhe von sechs Metern sowie der gegenüberstehende Leuchtturm. Ein Rundgang durch die Maximilianstraße führt an Bürgerhäusern aus verschiedenen Epochen vorbei. Das Alte Rathaus weist Malereien an der Fassade auf, welche historische Stadtereignisse darstellen. Von der Uferpromenade aus reicht der Blick über den See bis zu den Gipfeln der Schweizer Alpen.
Das Allgäu gehört zu den spektakulärsten Landschaften Deutschlands, mit Gipfeln bis über 2600 m Höhe kommen auch mutige Bergfans auf ihre Kosten. Skifahren ist im Winter genauso möglich wie Wasser- und Funsport im Sommer. Wenn Sie die Natur lieben, empfehlen wir die folgenden Highlights im Allgäu.
In der Nähe von Oberstdorf befindet sich die Breitachklamm, welche als tiefste Felsschlucht in Mitteleuropa gilt. Die Felswände ragen an einigen Stellen bis zu 150 Meter in die Höhe und umschließen den Flusslauf auf engem Raum. Ein gesicherter Wanderweg führt direkt über dem Wasser durch das Areal. Besonders nach Regenfällen oder während der Schneeschmelze im Frühjahr zeigt sich die Strömung der Breitach sehr deutlich. Im Winter entstehen durch gefrierendes Wasser oft große Eiszapfen an den Felswänden. Festes Schuhwerk ist für die Begehung der Pfade erforderlich.
Das Nebelhorn bei Oberstdorf erreicht eine Höhe von 2.224 Metern und ist über eine Seilbahn in drei Sektionen erschlossen. Von der Gipfelstation aus bietet sich ein weites Panorama über die umliegenden Gebirgsketten der Alpen. Ein barrierefreier Nordwandsteig ermöglicht die Umrundung des Gipfelgrats und gewährt Einblicke in die Tiefe der Nordwand. Im Winter befindet sich hier ein Skigebiet mit einer präparierten Talabfahrt von 7,5 Kilometern Länge. Wanderwege unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade führen von den Zwischenstationen aus in die Hochalpen.
Die Highline179 erstreckt sich unmittelbar hinter der Grenze zu Bayern über die Fernpass-Bundesstraße in Österreich. Diese Fußgängerbrücke verbindet das historische Burgenensemble Ehrenberg mit dem Fort Claudia. Mit einer Gesamtlänge von 406 Metern bietet die Konstruktion weite Ausblicke über die umliegende Gebirgswelt. Die Lauffläche befindet sich 114 Meter über dem Talboden und besteht aus einem Gitterrost. Da die Brücke bei Windbewegungen leicht zur Seite schwingt, ist eine gute Schwindelfreiheit für die Überquerung notwendig. Der Zugang ist ganzjährig möglich und lässt sich mit Wanderungen durch die umliegenden Waldgebiete kombinieren.
Adresse: Klause 1, 6600 Gemeinde Reutte, Österreich (zur Karte)
Website: www.highline179.tirol
Westlich von Immenstadt erstreckt sich der Große Alpsee mit einer Wasserfläche von rund 2,5 Quadratkilometern. Das Gewässer stellt den größten Natursee innerhalb des Allgäus dar und wird intensiv für den Segelsport sowie zum Kitesurfen genutzt. Am Nordufer liegt die Alpsee Bergwelt, welche die längste Ganzjahresrodelbahn in Deutschland betreibt. Wanderpfade am Südufer führen durch geschützte Schilfzonen und bieten Raum für Naturbeobachtungen. Die Region um den See dient als Ausgangspunkt für Touren in den Naturpark Nagelfluhkette.